Kirchenkreis Marburg

Marburg ist ein Kirchenkreis im Sprengel Marburg und Waldeck. Hier leben rund 48.000 Mitglieder der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Marburg bietet viel Kirche auf wenig Raum. Schon beim ersten Blick auf die Altstadt treten die aufragenden Kirchtürme und das gotische Gemäuer hervor. Hinter den mittelalterlichen Fassaden steckt viel Leben. Marburg ist eine weltoffene, junge Stadt, die von der Universität und ihren Studierenden geprägt ist.

Und auch der Blick ins Umland verrät: Kirche ist in der Region aktiv. Vielerorts trägt sie zur Identität in den Dörfern und Stadtteilen bei und lädt mit Ideenreichtum dazu ein, selbst vor Ort aktiv zu werden und Zusamenleben zu gestalten.

Die Kirchengemeinden bieten nicht nur Raum für Taufe, Trauung, Konfirmation und Trauerfeier, für Seelsorge und Gemeindeaktivitäten. Sie laden auch dazu ein, selbst aktiv zu werden. Auskunft hierzu erteilen die Pfarrämter sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerne auch im persönlichen Gespräch.

Das Dekanat des Evangelischen Kirchenkreises Marburg befindet sich in der Schwanalle 54. Der Dekan wird auf Vorschlag des Bischofs vom Rat der Landeskirche auf Lebenszeit in sein Amt berufen und vom Bischof ernannt. Gemeinsam mit der Kirchenkreissynode und dem Kirchenkreisvorstand nimmt er Leitungsaufgaben im Kirchenkreis wahr. Dazu gehören:

  • Repräsentanz und Vertretung des Kirchenkreises in der Öffentlichkeit
  • Leitung der Pfarrkonvente sowie der Pfarrkonferenzen
  • Dienstaufsicht über die die Pfarrerinnen und Pfarrer, Vikarinnen und Vikare sowie über weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kirchenkreis
  • Einführungen und Verabschiedungen von Pfarrerinnen und Pfarrern
  • Regelung der Vertretungen bei Krankheit und Vakanzen
  • Förderung der Zusammenarbeit der kirchlichen Dienste und Werke
  • Vorbereitung und Leitung der Sitzungen des Kirchenkreisvorstandes sowie Ausführung der Beschlüsse
  • Vermittlung des dienstlichen Verkehrs von Gemeinden und Pfarrern mit dem Landeskirchenamt
  • Besuche in den Kirchengemeinden und Kirchenvorständen

Dekan
Burkhard zur Nieden
Evangelisches Dekanat Marburg
Schwanallee 54
35037 Marburg
Fon: (06421) 30 40 380
Fax: (06421) 30 40 38 19
E-Mail: dekanat.marburg@ekkw.de

Dekanatsmitarbeiterinnen
Karin Dittmar und Petra Schmidt
Evangelisches Dekanat Marburg
Schwanallee 54
35037 Marburg
Fon: (06421) 30 40 380
Fax: (06421) 30 40 38 19
E-Mail: dekanat.marburg@ekkw.de

Stv Dekan
Pfarrer Dr. Matti Justus Schindehütte
Pfarramt Elnhausen
Stöckelsbergweg 4
35041 Marburg
Telefon: (06420) 7420
E-Mail: matti.schindehuette@ekkw.de

NICHT BLASS, SONDERN KRÄFTIG!
(Dekantsbericht auf der Kreissynode am 7. Oktober 2015)

  • 1. Flüchtlinge

Die gegenwärtige Zuwanderung nach Deutschland scheint die zentrale Herausforderung für unsere Generation zu sein. Der Münchner Soziologe Armin Nassehi hat unter dem Titel „Ressentiment und gebildeter Exotismus“ eine mögliche Deutung für die Reaktionen in der Bevölkerung beschrieben. Manche sehen in den Neuankömmlingen künftige Konkurrenten und reagieren mit Ressentiments; andere, die sich frei von Abstiegsängsten fühlen, freuen sich auf Vielfalt und neue Narrative. Beides ist seiner Einschätzung nach einer erfolgreichen Einwanderungsgesellschaft nicht zuträglich. Integration gelingt am besten, wenn Freiheit besteht, sich neuen Situationen je angemessen anzupassen. Wir haben in unserem Land keinen Sprint vor uns, sondern LangstreckeIn den Kirchengemeinden bilden sich alle diese Haltungen ab, und dennoch können Menschen unterschiedlicher Überzeugungen zusammen Gottesdienst feiern und sich als Schwestern und Brüder annehmen. Hier zeigt sich die besondere Integrationsleistung der Kirche. Und es gibt vielfältiges und vorbildliches Engagement von Christinnen und Christen, z. B. in Oberweimar, wo der Ort sich gut der Herausforderung durch eine Gemeinschaftsunterkunft stellt; in Cappel, wo die Jugendarbeit jugendliche Flüchtlinge gut begleitet; in Kirchengemeinden, die über Monate Kirchenasyle eingeräumt haben. Vielleicht muss künftiges Engagement noch deutlich darüber hinausgehen: Dann müssen den Worten Taten folgen. Wir sehen uns als Kirche hier in der Pflicht, weil aus der Nachfolge Jesu die Zuwendung zu den Bedürftigen notwendig folgt. Staat und Gesellschaft vertrauen uns in dieser Hinsicht. Deshalb sind wir eine Körperschaft öffentlichen Rechts und kein Verein! Aus unserem öffentlich-rechtlichen Status folgt aber auch eine besondere Verantwortung.

  • 2. Reformen

Der Reformbedarf und die Reformanstrengung in der Kirche sind hoch. Auch wenn die Kirchenaustrittswelle der letzten beiden Jahre ausgelaufen scheint, ist die Mitglieder-entwicklung durchaus schwierig, denn nun tritt die demographische Entwicklung wieder in den Vordergrund. Die Finanzentwicklung der Kirche ist vorübergehend erfreulich, weil die Einnahmen durch die Kirchensteuer Anteil an der wirtschaftlichen Dynamik in Deutschland haben. Verglichen mit den übrigen evangelischen Landeskirchen ist die Entwicklung in Kurhessen-Waldeck aber unterdurchschnittlich, weil die Region zu den wirtschaftlich schwächeren gehört. Gegenwärtig werden in den Medien Zahlen über das Kirchenvermögen genannt. Hier wird manchmal vereinfacht kumuliert, außerdem geraten die Verpflichtungen, die z.B. Mitarbeitenden gegenüber bestehen, aus dem Blick. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist eine lernfähige Organisation. Der Reformprozess der Landeskirche, von dem der Propst berichtet hat, strebt an, die Schritte zu tun, die für die dauerhafte Verkündigung des Evangeliums und den Dienst am Menschen notwendig sein werden, soweit dies menschlich möglich ist. Aber auch auf regionaler Ebene stehen Reformen an:

  • Die finanzielle Entwicklung des Kirchenkreises verläuft unerfreulich. Die Rücklagen reichen nicht aus, um dauerhaft das Defizit auszugleichen. Da die Möglichkeiten, die Einnahmesituation zu verbessern, sehr begrenzt sind, müssen leider Einsparungen zügiger als bisher angedacht umgesetzt werden.
  • Wir brauchen entlastende Kooperationen durch die Zusammenarbeit mehrerer Pfarrstellen bzw. Kirchengemeinden. Entlastung kann durch Orientierung an den realen Notwendigkeiten, durch inhaltliche Profilierung sowie durch abgestimmte Reduzierung erfolgen. Nicht jeder muss alles tun! Um der Entlastung willen dürfen hier aber keine Strukturen gebildet werden, die durch ihr Eigengewicht zu viele Ressourcen binden.
  • Meines Erachtens ist die Perspektive einer gemeinsamen Trägerschaft von Kindertagesstätten in Form eines kirchenkreisweiten Zweckverbandes anzustreben. Das Kirchenkreisamt stellt bereits jetzt seine Kompetenzen den verschiedenen Trägern zur Verfügung. Das gesamte Handlungsfeld Kindertagesstätten erlebt eine schnelle Entwicklung hin zu noch mehr Professionalisierung. Hier dürfen Träger nicht in eine überfordernde Situation kommen. Dieser Schritt erfordert regionale Solidarität! Das Ziel ist deutlich: Dauerhaft gute evangelische Kindertagesstättenarbeit!

 

  • 3. Reformation

Beim Reformationsjubiläum geht es nicht um Nabelschau oder um artifizielle Beschäftigung mit der Vergangenheit, sondern es geht wie damals darum, zu klären wer wir sind und was wir künftig sein werden! Unsere Aufgabe ist es, Zeugen des Evangeliums in einem sich verändernden Land zu sein. Die Lutherdekade ist als Reformationsjubiläum ein besonderer Handlungszusammenhang von Staat und Kirche. Künftige gesellschaftliche Debatten werden sich natürlich um die Frage drehen, ob dies besondere Verhältnis des Staates zur evangelischen Kirche bleiben kann oder ob sich Religionsgemeinschaften künftig privatrechtlich als Vereine organisieren. Im politischen Raum gibt es ausgeprägte Erwartungen an die beiden großen Kirchen, beispielhaft liberale Religiosität zu leben und gesellschaftlich pazifizierend zu wirken. Politiker nutzen und erwarten zivilreligiös ein blasses, unprofiliertes Gottesbild in der Hoffnung, dass daraus liberale Werte entstehen – wie könnte evangelische Kirche dem entsprechen, ohne sich selbst aufzugeben? Die Eigendynamik des Religiösen wird gefürchtet und dennoch unterschätzt. Ich möchte in einem Land leben, das liberal ist; ich bin aber nicht sicher, ob ich in einem Land leben möchte, das Liberalität erzwingt. Stattdessen lassen Sie uns folgendes tun: Kräftig von Jesus erzählen, dem Zimmermannssohn aus Galiläa, dem wir nachfolgen, in der Hoffnung auf das Reich Gottes (Offenbarung 21).

Dekan Burkhard zur Nieden

Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Kirchenkreis. Die Kreissynode ist das Leitungsorgan des Evangelischen Kirchenkreises Marburg. In ihr sind alle Kirchengemeinden des Kirchenkreises vertreten. Alle sechs Jahre wird die Kreissynode neu gewählt. Sie versammelt sich in der Regel zweimal jährlich.
Der Zeitpunkt der Tagung und die Tagesordnung werden durch den Kirchenkreisvorstand festgesetzt. Die Kreissynode wird durch denDekan einberufen und durch den Vorsitzenden (Präses) geleitet. Die Verhandlungen der Kreissynode sind öffentlich, soweit sie es im Einzelfall nicht anders beschließt.

Aufgaben der Kreissynode

In der Grundordnung unserer Kirche und der Satzung für den Evangelischen Kirchenkreis Marburg sind der Kreissynode folgende Aufgaben zugewiesen:

  • Sie fördert die Gemeinschaft der im Kirchenkreis verbundenen Gemeinden durch Erfahrungsaustausch und gemeinschaftliche Veranstaltungen.
  • Sie soll zu den für Auftrag und Arbeit der Kirche im Kirchenkreis wichtigen Vorgängen und Zuständen Stellung nehmen und dafür eintreten, dass der Auftrag der Kirche in der Öffentlichkeit erfüllt und die Gebote Gottes im öffentlichen Leben beachtet werden.
  • Sie trägt mit Rat und Empfehlung dafür Sorge, dass auf dem Gebiet der kirchlichen Lebensordnung und der Amtshandlungen in den Gemeinden möglichst einheitlich verfahren wird.
  • Sie fördert die Verbundenheit der Kirchengemeinden mit der Landeskirche.
  • Sie beschließt über den Haushalts- und den Stellenplan des Kirchenkreises. Weiterhin nimmt sie die Rechnungslegung des Kirchenkreisvorstandes entgegen und erteilt ihm Entlastung.
  • Sie beschließt in den kirchengesetzlich vorgesehenen Fällen kirchenrechtliche Vereinbarungen und die Kirchenkreissatzung.
  • Sie genehmigt den Erwerb, die Veräußerung und die dingliche Belastung von Grundstücken sowie die Aufnahme von Darlehen, Übernahme von Bürgschaften und Gewährung von Sicherheiten.
  • Sie beschließt über die Gebührenordnung und die Satzung des Kirchenkreises.
  • Sie genehmigt die Übernahme neuer Aufgaben durch den Kirchenkreis.
  • Sie wählt aus dem Kirchenkreis die Mitglieder der Landessynode.
  • Sie kann Anregungen und Anträge an die Landessynode richten.

Die Mitglieder der Kreissynode sind:

Der Dekan oder die Dekanin des Kirchenkreises Marburg,
die von den Kirchenvorständen zu wählenden Laienmitgliedern,
die Geistlichen, die innerhalb des Kirchenkreises ein Pfarramt verwalten,
drei gewählte Vertreter der landeskirchlichen Pfarrer und Pfarrerinnen,
die gewählten und berufenen Mitgliedern der Landessynode, die im Kirchenkreis ihren Wohnsitz haben,
vier Vertreter des „Arbeitskreises kirchlicher Dienste in Marburg“,
sechs Laien, die der Kirchenkreisvorstand aus den Kirchenkreis beruft,
ein Professor oder eine Professorin des Fachbereichs Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg der oder die vom Kirchenkreisvorstand berufen wird.
Zur Zeit gehören 150 Synodale der Kreissynode an.

Leitung der Kreissynode

Nadine Bernshausen (Präses, Vorsitzende der Kreissynode)

Pfr. Alexander Bartsch (Stv. Präses, Stellv. Vorsitzender der Kreissynode)
Zur Kirche 8
35096 Weimar

Telefon: (06421) 786 17
Fax: (06421) 9710091
E-Mail: pfarramt1.niederweimar@ekkw.de

Der Kirchenkreisvorstand leitet den Evangelischen Kirchenkreis Marburg in der Zeit zwischen den Tagungen der Kreissynode. Er bereitet die Tagungen der Kreissynode vor und führt ihre Beschlüsse aus. Der Kirchenkreisvorstand verwaltet das Vermögen des Kirchenkreises Marburg und vertritt ihn nach außen. Ihm obliegen insbesondere die Haushalts- und Personalangelegenheiten des Kirchenkreises Marburg.
Darüber hinaus unterstützt er die Kirchengemeinden und Einrichtungen bei ihrer Arbeit.
Der Kirchenkreisvorstand besteht aus drei ordinierten Theologen und sechs Laien:

  • Der Dekan (Burkhard zur Nieden) und der Vorsitzende der Kreissynode (Nadine Bernshausen) gehören dem Kirchenkreisvorstand Marburg kraft Amtes an.
  • Ein weiteres aus der Mitte der Kreissynode gewähltes geistliches Mitglied, das gleichzeitig als Stellvertreter des Dekans gewählt wird, ist Pfarrer Dr. Matti Schindehütte.
  • Drittes geistliches Mitglied ist Pfarrer Ulrich Biskamp.
  • Die übrigen fünf Laienmitglieder sind Helmut Giebeler, Susanne Hofacker, Isot Lehmann und Walter Morisset. Sie wurden von der Kreissynode im Frühjahr 2014 für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt.

Vorsitzender des Kirchenkreisvorstandes Marburg ist der Dekan, dem auch die laufende Geschäftsführung obliegt.

Das Evangelische Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg hat seinen Sitz in der Universitätsstraße 45, 35037 Marburg. Bis 2016 gibt es einen weiteren Standort: Barfüßertor 34 (ehemaliges Stadtkirchenamt), 35037 Marburg.

Informationen finden Sie im Internet unter: www.kka-kirchhain-marburg.de

Im Evangelischen Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg sind ca. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Voll- und Teilzeitbeschäftigung sowie 5 Auszubildende tätig.

Es ist am 01.07.2014 durch die Fusion des Kirchenkreisamtes Marburg und des Evangelischen Stadtkirchenamtes Marburg entstanden.

Zur Geschichte:

Früher war es üblich, dass jede Kirchengemeinde einen eigenen Kirchenrechner hatte. Gemeinden aus dem Marburger Umland haben sich in den 1940er und 1950er Jahren zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Verwaltung zu bilden. Diese hieß zunächst Kirchliche Zentralkasse, dann Kirchliches Rentamt und seit 2006 Kirchenkreisamt. Nach mehreren Umzügen in der Stadt war das Rentamt viele Jahre in der Schwanallee und seit 1999 in dem jetzigen Gebäude in der Universitätsstraße.

Das Stadtkirchenamt gibt es seit 1954 an dem Standort Barfüßertor. Bis 2007 hieß es noch Gemeindeamt.

Das Evangelische Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg wird in der Rechtsform eines kirchlichen Zweckverbands betrieben. Träger dieses Zweckverbandes sind die Kirchenkreise Kirchhain und Marburg. Vorsitzender des Vorstandes ist einer der beiden Dekane. Zur Zeit ist dies Dekan Hermann Köhler, Kirchenkreis Kirchhain.

Theologischer Studienleiter
Pfr. Dr. Jonathan Schwarz

Frauenarbeit
Pfrin. Andrea Wöllenstein

Gemeindeentwicklung/Lektorenarbeit
Pfrin. Anette Bartsch

Gustav-Adolf-Werk
Pfr. Dirk Wilbert

Kindergottesdienst
Pfr. Ulrich Biskamp

Konfirmandenunterricht
Katja Simon

Kreisjugendpfarrer/in
Pfrin. Elke Kirchhoff-Müller

Mission, Ökumene – Moretele/Addis Abeba
Pfr. Oliver Henke, Pfrin. Bettina Mohr

Notfallseelsorge
Pfr. Armin Wehrmann

Internet
Pfr. Bernhard Dietrich

Umweltfragen
Thomas Arndt, Umweltbeauftagter des Kirchenkreises Marburg

Dem Gesamtverband Marburg gehören zur Zeit folgende acht Kirchengemeinden an:

In der Gesamtverbandsvertretung sitzen für jeweils 1500 Gemeindeglieder einer Kirchengemeinde ein Delegierter, sowie für jede Gemeinde ein Pfarrer. Der geschäftsführende Vorsitzende ist zur Zeit Pfr. Ralf Hartmann.